Die Frühgeschichte
Im Hafenlohrtal

Urgeschichtliche Grabstätten und Funde sind stumme Zeugen einer schon frühen Besiedlung des Spessartraumes. Häufungen bronze- und eisenzeitlicher Hügelgräber finden sich in den Waldgebieten nördlich von Alzenau, bei Geiselbach, Mömbris und Schimborn.

 

Südlich von Aschaffenburg sind Hügelgräber bei Kleinwallstadt, zwischen Elsenfeld und Eichelsbach, bei Klingenberg sowie auf dem Dürrenberg bei Heimbuchenthal erhalten. Aus dem Ortsbereich von Soden stammt der seltene Fund eines Steinkistengrabes. Darüber hinaus beweisen tausende von Einzelfunden in Gestalt von Faustkeilen, Schabern, Beilen, Dolchen und Pfeilspitzen aus Feldgestein, sowie Gefäßscherben unterschiedlicher Zeitperioden, daß der Spessart bereits in urgeschichtlicher Zeit von Jägern, Fischern und Sammlern belebt gewesen ist. Hauptfundorte liegen im Kinzigtal, bei Aschaffenburg, im Bieber-, Lohr- und Sinngrund.

 

Ringwälle aus vorchristlicher Zeit, oftmals keltischen Ursprungs, finden sich u. a. auf dem Schanzenkopf bei Wasserlos, auf dem Reuschberg bei Schöllkrippen, auf dem Schloßberg bei Soden, auf dem Schanzkopf bei Klingenberg sowie bei Miltenberg auf dem Greinberg und dem Bürgstadter Berg. Es handelt sich um Fliehburgen oder um wehrhafte Höhensiedlungen, die zwischen dem 5. und 1. Jahrhundert vor der Zeitrechnung errichtet wurden

 

Die Römerzeit hat nur im nordwestlichen Vorspessart Spuren hinterlassen, weil der eigentliche Gebirgsstock in den römischen Machtbereich nicht einbezogen war. Der die fruchtbare Wetterau umschließende Limes stieß, von Norden kommend, bei Großkrotzenburg auf den Main und bezog den Fluß von dort ab nach Süden als natürlichen Abschnitt in sein befestigtes Grenzsystem ein. Erst in der Gegend von Miltenberg ist der Verlauf des römischen Grenzwalls gegen Germanien in seinem in südlicher Richtung über Wenschdorf geführten Verlauf wiederum erkennbar. Aus diesem Grunde finden sich bauliche Reste von Wachttürmen, Kastellen und römischen Niederlassungen nur am Westufer des Mains und im anschließenden Odenwald. Großkastelle lagen u. a. in Seligenstadt, Stockstadt, Niedernberg, Obernburg, Wörth, Trennfurt und bei Miltenberg.

 

Die Periode der Völkerwanderung folgte dem Zusammenbruch des römischen Reiches. Gegen Ende des 3. Jh. n. Chr. fassten die von Nordosten kommenden Burgunder im Maingebiet Fuß. Im 5.Jh. wurden sie durch die von Süden zurückkehrenden Alemannen verdrängt. Zu den von ihnen gegründeten größeren Siedlungen rechnen Aschaffenburg, Lohr und Gemünden a. M. Mit dem nachfolgenden Vordringen der Franken vom Rhein her mainaufwärts verschmolzen alemannisches und fränkisches Volkstum miteinander, fränkisches Volkstum und fränkische Kultur behielten die Oberhand. Erkennbare Zeugen dieser Kultur aus dem 6. bis 8.Jh. sind aufgefundene Reihengräber bei Aschaffenburg, Obernau, Mömlingen und Obernburg.

Informationen

Naturpark Spessart e.V.
Frankfurter Straße 4
97737 Gemünden a. Main
Telefon 09351 603446
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