Alt- und Totholz
Vielfältiges Leben in totem Holz

Es sind gerade die alten, reich strukturierten Waldbestände mit ihrem hohen Anteil an Totholz und sogenannten Biotopbäumen, welche wichtige Lebensräume und Trittsteine für zahlreiche Arten darstellen. Insbesondere Fledermäuse, Baum- und Höhlenbrüter wie Schwarzstorch und Schwarzspecht, Totholz- und Mulmbewohner wie Eremit (Bild unten) oder Kopfhornschröter finden dort ideale Lebensbedingungen. Auch seltene Pilze wie der in Kronen von Buchen wachsende Igel-Stachelbart ist häufig in solchen alten Beständen anzutreffen.

Etwa 20% der Tierarten im Wald sind an Totholz gebunden. Entsprechend ist in Altholzbeständen die Gesamtartenzahl als auch die Zahl gefährdeter Spezies der Roten Liste deutlich höher als in normalen Mischwaldbeständen. Diese Artenvielfalt strahlt auch in umliegende, jüngere Bestände aus. Altholzbestände sind daher ein Schlüsselfaktor für die Biodiversität im Wald schlechthin.

 

Viele Arten, die auf Altholz angewiesen sind, haben jedoch nur eine geringe Ausbreitungsfähigkeit. Der Eremit, ein Käfer, der in faulendem Holz lebt, kann beispielsweise nur wenige hundert Meter weit wandern. Ein engmaschiges Netz von Altholzbeständen bzw. Biotopbäumen ist daher notwendig, um stark gefährdete Arten wie den Eremiten langfristig zu erhalten. Dies bedeutet auch, dass rechtzeitig Biotopbäume oder Bestände ausgewählt und einer angepassten Nutzung zugeführt werden, um zukünftige Altholzstrukturen zu schaffen, welche die bis dahin zusammengebrochenen Altbestände ersetzen können. Im Rahmen des Projekts wird der aktuelle Zustand des Alholznetzwerks im Spessart anhand von Forstdaten analysiert und bewertet. DIe Ergebnisse geben Hinweise , wo das Netz von Altholzstrukturen eng genug ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

 

Informationen

Biotopverbundprojekt Spessart

Frankfuter Str. 4

97737 Gemünden am Main

Tel. 09351 603446
Fax 09351 602491

oliver.kaisernaturpark-spessart.de