Zielartenkonzept
Von Flagschiffarten und Mitnahmeeffekten

Grundsätzlich ist das Ziel des Naturschutzes, alle heimischen Arten und Biotope zu schützen. Da dieses aufgrund begrenzten Wissens und begrenzter Mittel nicht möglich ist, ist es notwendig, sich auf bestimmte Arten und Biotope zu beschränken. Häufig geschieht das, indem man sich auf gefährdete Arten konzentriert (Rote-Liste-Status), manchmal wird auch eine eher zufällige Auswahl anhand der Popularität von Arten getroffen, so z.B. bei den Sympathieträgern Biber, Lachs oder Otter. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Flagschiffarten oder "sexy animals" . In einem Zielartenkonzept geht man demgegenüber systematisch vor:

  • In einem ersten Schritt werden – so das Vorgehen im vorliegenden Konzept – schützenswerte Lebensraumtypen bestimmt.
  • Anschließend werden im Untersuchungsgebiet sämtliche Arten ermittelt und den Lebensraumtypen zugeordnet.
  • Aus dem Gesamtartenset eines jeden Lebensraums werden dann in einem standardisierten Auswahlprozess anhand naturschutzfachlich begründeter Kriterien die so genannten Zielarten ausgewählt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl der Zielarten ist der sogenannte „Mitnahmeeffekt“. Dieser besagt, dass vom Schutz einer Zielart und ihres Lebensraums gleichzeitig zahlreiche weitere (gefährdete) Arten mit ähnlichen Ansprüchen profitieren. Die Zielarten stehen damit als Stellvertreter bestimmter Lebensraumtypen und deren Artengemeinschaften.

Aufgrund ihrer spezifischen Lebensraumansprüche zeigt das Vorkommen oder Fehlen der Zielarten Habitatqualitäten bzw. -mängel auf. Sie ermöglichen somit die Ableitung geeigneter Renaturierungsmaßnahmen. Aus der weiteren Entwicklung der Zielarten-Populationen können dann wiederum Rückschlüsse auf den Erfolg der Maßnahmen gezogen werden (Erfolgskontrolle).

Aus den ca. 5500 im Spessart vorkommenden Arten wurden 263 Zielarten ausgewählt, welche in 27 Lebensraumtypen vorkommen. Einige der wichtigsten Zielarten werden hier in Kürze vorgstellt. Eine Übersicht zu allen Zielarten können Sie hier herunterladen (244 kb).

Anhand der Zielarten werden zurzeit Vorrangflächenkonzepte für die wichtigsten Biotoptypen entwickelt. Diese geben Auskuft über die Verbreitung des Biotoptyps und der dazugehörigen Zielarten und nennen Bereiche, in denen Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung der Populationen und Biotoptypen durchgeführt werden sollten.

Die Vorrangflächenkonzepte sowie das dazugehörende Kartenmaterial und Erläuterungen für einige Biotoptypen können hier heruntergeladen werden:

 

Biotoptyp Borstgras- und Zwergstrauchheiden

Vorrangflächenkonzept Borstgras (hohe Auflösung 4,5 MB)

Vorrangflächenkonzept Borstgras (geringe Auflösung 1,1 MB)

Karte Vorrangflächen mit Korridoren - Bereich Spessart Süd (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Korridoren - Bereich Spessart Nord (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Top-3-Arten - Bereich Spessart Süd (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Top-3-Arten - Bereich Spessart Nord (900 kB)

 

Biotoptyp Feuchtgrünland

Vorrangflächenkonzept Feuchtgrünland (2,6 MB)

Karte Vorrangflächen mit Korridoren - Bereich Spessart Süd (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Korridoren - Bereich Spessart Nord (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Top-3-Arten - Bereich Spessart Süd (900 kB)

Karte Vorrangflächen mit Top-3-Arten - Bereich Spessart Nord (900 kB)

 

Sonstiges Material

Erläuterungen zum Kartenmaterial (16 kB)

Informationen

Biotopverbundprojekt Spessart

Frankfuter Str. 4

97737 Gemünden am Main

Tel. 09351 603446
Fax 09351 602491

oliver.kaisernaturpark-spessart.de