Geologie
Buntsandstein
In der Grube Wilhelmine
bei Sommerkahl
Kein deutsches Mittelgebirge ist geographisch klarer umgrenzt, als der Spessart: Im Norden die Kinzig, im Nordosten die Sinn und im übrigen der Main, der in jener charakteristischen Form das rund 1500 km² große Waldgebirge umfließt, die ihm den Namen "Mainviereck" verlieh. Die weitgehend horizontale Lage der Gesteinsschichten gibt den weitgedehnten Bergrücken ein plateauartiges Aussehen, das nur im nordwestlichen Vorspessart einem lebhaften Relief mit kuppen- und kegelförmigen Berggestalten weicht und im übrigen durch die Einsenkungen idyllischer Wiesentäler reizvoll aufgegliedert ist. Sie stehen im Kontrast zu den größten geschlossenen Waldrevieren Deutschlands, und gerade in ihnen liegt der spezielle landschaftliche Reiz des Spessarts.

Der grobe Aufbau des Gebirges ist einfach: Auf dem vor 500 bis 700 Millionen Jahren entstandenen kristallinen Grundgebirge - es besteht aus Gneisen, Quarziten und Glimmerschiefer - das im nordwestlichen Spessart zutage tritt, sedimentierte das heutige Deckgebirge in der Abfolge Rotliegendes, Zechstein und Buntsandstein. Diese Ablagerungen fanden vor etwa 200 Millionen Jahren ihren Abschluß. Seit dieser Zeit unterliegt der Spessart einer beständigen Abtragung durch Erosion. Mit maximal 586 m (Geiersberg, südöstlich von Weibersbrunn) ist er eines der niedrigsten Mittelgebirge Deutschlands. Einige geologische Schwächezonen im Nordspessart ermöglichten auch bemerkenswerte vulkanische Durchbrüche (Beilstein und Hoher Berg südöstlich von Bad Orb). Sämtliche Schichten sind in verschiedener Mächtigkeit von tertiären Schwerspatgängen durchzogen. Der Abbau von Bodenschätzen hat im Spessart stets nur eine untergeordnete Rolle gespielt. So ist auch die Kupfergewinnung bei Schöllkrippen (Sommerkahl) seit langem eingestellt, ebenso der Abbau von Braunkohle im nordwestlichen Vorspessart.

Der vorherrschende Teil des Gebietes liegt im geologisch eintönigen Sandsteingebiet, das - nahezu fossilienfrei - in Schichten von 300 bis 400 m Mächtigkeit und unterschiedlicher Härte über 80 % des Spessarts einnimmt. Steinbrüche zwischen Miltenberg und Stadtprozelten zeugen von der besonders um die Jahrhundertwende in Blüte stehenden Steinhauerei. Schon früher dort ansässige Steinmetzbetriebe lieferten auch die Bausteine für viele rheinische Dorne, sowie für kirchliche und Profanbauten der engeren und weiteren Umgebung. Die rötliche Tönung des Sandsteins ist auf die überall vorhandenen eisenhaltigen Bodenbestandteile zurückzuführen.

Aus der Pleistozän, also der erdgeschichtlich jüngeren Periode der Eiszeiten, stammen die stellenweise vorhandenen Löß- und Lößlehmschichten. Diese bedecken die Westabhänge des Spessarts im Raum Alzenau-Hösbach, bei Elsenfeld und Mönchberg, aber auch im Osten im Gebiet um Marktheidenfeld. Vorwiegend in diesen Bereichen finden sich günstige Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Im Kahlgrund und im Maintal südlich von Aschaffenburg ermöglichen die dort günstigen Böden und klimatischen Verhältnisse den lohnenden Anbau von Obst und Wein.
Den geologisch bedingten Hauptreichtum des Spessarts bilden jedoch von alters her seine ausgedehnten Wälder, in denen besonders Buche und Eiche bestens gedeihen.
Literatur-Tipp
Murawski, Hans
Nur ein Stein

Geologie des Spessarts
Einführung in die geologische Entwicklung und die geologische Erforschungsgeschichte des Spessarts
Museen der Stadt Aschaffenburg 1992
ISBN 3-924436-03-7
Preis: 10,- €
Informationen
Verein Kupferbergwerk Grube Wilhelmine
Wilhelminenstr. 6
63825 Sommerkahl
Grube Wilhelmine

Joachim Lorenz
Graslitzer Str. 5
63791 Karlstein a. Main
Spessartit
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