Naturschutzgebiete
Liste der Naturschutzgebiete im Naturpark Spessart
mit einer kurzen Beschreibung.
NSG RohrbergRohrberg
Lkr. Aschaffenburg
9,9 ha; Schutz-VO vom 22.01.1979
Bayerns ältestes Naturschutzgebiet, das am 06.01.1928 unter Schutz gestellt wurde. Ältester noch vorhandener Bestand der über Jahrhunderte für den Spessart typischen lichten Eichenwälder mit einzelnen zwischen 500 und 800 Jahre alten Exemplaren. Die Entstehung und Erhaltung verdankt der Bestand der bis 1803 nach jagdlichen Gesichtspunkten (Eichel als Wildäsung) erfolgten Bewirtschaftung. Schutzzweck für das weithin bekannte forstliche Vorzeigeobjekt ist die Erhaltung des waldbauhistorisch bedeutsamen Waldbestandes.


Metzgergraben und Krone
Lkr. Aschaffenburg
7,6 ha; Schutz-VO vom 22.07.1992
Auf einem Hang gelegene Reste des ehemaligen lichten Eichen-Buchen-Mischwaldes mit hohem Eichenanteil im Alter bis über 600 Jahre, dessen Entstehung auf spätmittelalterliche Waldbewirtschaftung wie im Rohrberg zurückgeht. Schutzzweck ist die Erhaltung der Lebensgemeinschaften des Hangwaldes einschließlich der absterbenden Bäume mit Duldung einer natürlichen Entwicklung zum Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum).


Romberg
Lkr. Main-Spessart
56 ha; Schutz-VO vom 10.10.1997
Der überwiegend bewaldete Romberg war seit seiner 1942 erstmals erfolgten Unterschutzstellung durch seine stadtnahe Lage zahlreichen Beeinflussungen ausgesetzt, die zu erheblichen Veränderungen geführt haben bis hin zur Errichtung von Bauten im Schutzgebiet. Das 1997 neu abgegrenzte Schutzgebiet umfasst die noch vorhandenen Reste von Sandmagerrasen sowie magere Wiesen, Streuobstbestände, sandige Äcker und einen feuchten Waldbereich mit Tümpel am Hangfuß. Eine ausführliche Beschreibung insbesondere der interessanten und wechselvollen Geschichte des Rombergs von SCHÖNMANN ist in "Spessart" 1/1999 erschienen.


Altenbachgrund
Stadt Aschaffenburg/Lkr. Miltenberg
14,6 ha; Schutz-VO vom 18.02.1985
Schmales, 2,4 km langes Waldtal mit mäßig rasch fließendem mäandrierendem Bach. Teils versumpfte Bachaue mit Massenvorkommen des Riesenschachtelhalms (Equisetum telmateia), größeren Schilfbeständen und Auwaldresten, aber auch größere Flächen mit Ruderalgesellschaften. Das Tal ist von hoher Individualität und weitgehend ungestört.


Graureiherkolonie am Salzberg
Lkr. Main-Spessart
154 ha; Schutz-VO vom 12.02.1976
Das Schutzgebiet umfasst den nach Nordwesten zum Main hin abfallenden, bewaldeten Hangbereich des Salzberges mit einem schmalen Saum aus Wiesen und Ufergehölzen am Main. Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung einer großen Brutkolonie des Graureihers (Ardea cinerea), dessen zahlreiche Horstbäume sich im Hangwald befinden.


Buntsandsteinbruch Reistenhausen
Lkr. Miltenberg
15,7 ha; Schutz-VO vom 20.12.1982

Buntsandsteinbrüche bei Bürgstadt 
Lkr. Miltenberg
24,5 ha; Schutz-VO vom 20.12.1982

Buntsandsteinbrüche bei Dorfprozelten
Lkr. Miltenberg
16,6 ha; Schutz-VO vom 01.12.1986
In den großflächigen Bruchwänden der seit Anfang des Jahrhunderts aufgelassenen Steinbrüche befinden sich mehrere ständig besetzte Brutplätze des Wanderfalken (Falco peregrinus). Wichtigstes Ziel der Schutzgebiete ist die Erhaltung der bedeutendsten bayerischen Wanderfalkenpopulation außerhalb der Alpen. Zusätzliche Bedeutung haben die Gebiete für zahlreiche weitere Vogelarten, Amphibien und Reptilien sowie für Pioniervegetation auf Felsstandorten.


Amphibienfreistätte Speckkahl
Lkr. Aschaffenburg
43,6 ha; Schutz-VO vom 20.07.1983
Oberer Talgrund der Speckkahl mit ihren Quellbächen im Grenzbereich zwischen Buntsandstein und Gneis. Zahlreiche Feucht- und Nassflächen bieten Amphibien-Laichplätze von herausragender Arten- und Individuenzahl. Gefährdet ist das Gebiet durch Nadelholzaufforstungen und natürliche Waldentwicklung auf den Feuchtwiesen.


Unteres Schondratal
Lkr. Main-Spessart und Bad Kissingen
180 ha; Schutz-VO vom 12.12.1983
Vom Unteren Schondratal liegt der 105 ha umfassende südliche Teil im Naturpark Spessart, der nördliche Teil im Naturpark Rhön. Das tief eingeschnittene Tal wird eingerahmt von steilen, mit Laubwald bestockten Hängen. Der Talgrund wird geprägt von der stark mäandrierenden Schondra mit ihrem Ufergehölzsaum, von Auenwaldflächen, Hochstaudenfluren sowie von aufgelassenen und von noch bewirtschafteten Nass- und Feuchtwiesen. Schutzzweck ist die Erhaltung des weitgehend ungestörten Talbereichs mit seiner Vielfalt an Biotopen und Arten, insbesondere die Erhaltung des geringen Restbestandes der nur hier noch vorkommenden Sandsteinrasse der Flußperlmuschel.


Amphibienfreistätte Sommergrund
Lkr. Aschaffenburg
14,8 ha; Schutz-VO vom 18.01.1985
Quellgebiet der Kleinkahl mit stark eingetieftem, schmalen und schattigen oberen Talabschnitt. Vorwiegend feuchtigkeits- und nässeabhängige Binsen- und Seggengesellschaften, Hochstaudenfluren und Erlenbruchwald sowie einzelne Fichtenbestände anstelle der ehemaligen Wiesen prägen den Talgrund, dessen Hänge mit Buchenmischwald bzw. Fichtenforst bestanden sind. Bedeutung hat das Gebiet wegen des Vorkommens und der Laichstätten zahlreicher Amphibienarten.


Feuchtwiesen im Sulzbachtal
Lkr. Miltenberg
24,8 ha; Schutz-VO vom 21.10.1985
Charakteristisch für das Schutzgebiet sind die mäandrierenden Bachläufe des Sulzbaches und des Leidersbaches, großflächige Schilfzonen, Großseggenriede sowie Nass- und Feuchtwiesen in einer weiten Talaue am westlichen Rand des Spessart kurz vor deren Einmündung in das Maintal. Schutzziel ist die Erhaltung selten gewordener Biotoptypen als Lebensraum für die typischen Tier- und Pflanzenarten.


Dörngraben bei Haibach
Stadt/Landkreis Aschaffenburg
6,3 ha; Schutz-VO vom 25.11.1988
Bereits seit 1934 geschütztes, etwa 1 km langes, gewässerdurchflossenes Kerbtal mit steilen Hangböschungen, das 20 - 30 m tief in den Gneis und Glimmerschiefer eingeschnitten ist. Schutzzweck ist die Sicherung des landschaftstypischen Schluchtgrabens sowie der dem Schluchtstandort angepassten Pflanzen und Tiere.


Hafenlohrtal
Lkr. Aschaffenburg
70,6 ha; Schutz-VO vom 14.04.1988
Oberhalb Lichtenau gelegener, knapp 4 km langer Abschnitt des über 20 km langen Hafenlohrtals mit aus der ehemaligen Streu- und Wässerwiesennutzung entstandenen wiesenähnlichen Sekundärgesellschaften. Durch Pflegeeingriffe erfolgt eine Begrenzung des Gehölzaufwuchses. Eine jährliche Wiesenmahd auf ausgewählten Flächen dient dem Erhalt und der Verbesserung der Vegetationstypen. Im gesamten Gebiet besteht ein Betretungsverbot zum Schutz der trittempfindlichen Feuchtwiesenvegetation. Wegen seiner Größe und Vielfalt der vorkommenden Arten und Lebensgemeinschaften besitzt das Gebiet überregionale Bedeutung.


Grohberg
Lkr. Miltenberg
38,7 ha; Schutz-VO vom20.10.1986
Am Südrand des Spessart befindet sich zwischen den Ortslagen Faulbach und Breitenbrunn mit dem Grohberg ein beispielhaft ausgebildeter Umlaufberg des ehemaligen Maintals mit einer hohen landeskulturellen und geomorphologischen Bedeutung. Schutzzweck ist die Sicherung von artenreichen Silikatmagerrasen, Hecken- und Gebüschformationen, Ackerwildkrautgesellschaften und extensiv genutzten Streuobstwiesen mit den darauf angewiesenen Lebensgemeinschaften, insbesondere seltenen Vogel- und Insektenarten sowie die Sicherung des landschaftlichen Erscheinungsbildes des Umlaufberges.


Kallmuth
Lkr. Main-Spessart
18,2 ha; Schutz-VO vom 18.05.1989
Am linken Mainufer liegt zwischen Lengfurt und Homburg ein landschaftliches Kleinod in Form eines steilen, nach Westen zum Main hin abfallenden Hanges, dessen unterer Teil von zahlreichen Weinbergsmauern der Lage "Homburger Kallmuth" geprägt wird. Der über dem Weinberg liegende, wegen seiner Steilheit nicht nutzbare, aus Wellenkalk gebildete Hangbereich stellt mit seinen waldfreien Fels- und Trockenrasen das Kernstück des Schutzgebietes dar. Schutzzweck ist die Erhaltung der hier aufgrund der extremen Standortverhältnisse vorkommenden besonderen Lebensgemeinschaften mit zahlreichen sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten.


Aubachtal bei Wildensee
Lkr. Miltenberg
51 ha; Schutz-VO vom 17.01.1991
Der ca. 7,2 km lange Abschnitt des oberen Aubachtales zwischen der Ortschaft Wildensee und der Hess-Mühle bei Mönchberg enthält einen natürlich fließenden Mittelgebirgsbach , Quellbereiche, Talwiesen aus unterschiedlichen Grünland-Gesellschaften und Auenwaldreste. Ziel ist es, die Vielfalt an Lebensräumen eines typischen Tales im südlichen Spessart in einem größeren Streckenabschnitt zu sichern und in seiner besonderen Artenzusammensetzung zu erhalten.


Mainaue bei Sulzbach und Kleinwallstadt
Lkr. Miltenberg
82 ha; Schutz-VO vom 16.05.1994
Der ca. 4,7 km lange, naturnah entwickelte Abschnitt der rechtsseitigen Mainaue zwischen Sulzbach und Kleinwallstadt enthält breite Ufergehölzsäume, vorgelagerte Buhnenfelder sowie extensiv genutzte Grünlandflächen und Streuobstgebiete. Ziel des Schutzes ist die Erhaltung dieser Lebensräume und Rückzugsbereiche für kennzeichnende Lebensgemeinschaften der ursprünglichen Flussaue sowie die Entwicklung von Auenwaldbeständen.


Weihersgrund
Lkr. Main-Spessart
43 ha; Schutz-VO vom 14.05.1998
Der schmale Weihersbach durchfließt einen siedlungsfreien Talabschnitt mit artenreichen Feucht- und Nasswiesen, Quellbereichen und Vermoorungen mit Vorkommen von Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia) und Mittlerem Sonnentau (Drosera intermedia) .Im Weihersbach hat das Knöterich-Laichkraut (Potamogeton polygonifolius) eines der nur vier Vorkommen in Unterfranken, wobei diese sich alle im Spessart befinden.


Sinngrund
Lkr. Main-Spessart
382 ha; Schutz-VO vom 19.04.1999
Der naturnahe Unterlauf der Sinn durchfließt im Schutzgebiet ein breites Wiesental mit größeren Feuchtwiesenbereichen. Weiterhin sind im Talgrund Altwasserreste, dichte Ufergehölzstreifen, Auenwaldreste, Flutmulden sowie gut erhaltene Reste ehemaliger Wässerwiesen ("Rückenwiesen") vorhanden. Als Besonderheit befindet sich hier der größte autochthone Bestand der Schachblume (Fritillaria meleagris) Deutschlands sowie der einzig bekannte Wuchsort des Haarstrang-Wasserfenchels (Oenanthe peucedanifolia) in Bayern. Außerdem ist der Sinngrund Schwerpunktgebiet für die hessisch-bayerische Population des Bibers (Castor fiber) im Spessart.


Auenwald bei Erlenfurt
Lkr Aschaffenburg
9,2 ha; Schutz-VO vom 04.07.1999
Im Hafenlohrtal bei Erlenfurt gelegener, kleinflächiger, bachbegleitender Hainmieren-Erlen-Auenwald (Stellario nemorum-Alnetum glutinosae) sowie ehemals beweidete Fläche mit Entwicklung zu Auenwald. Restfläche des Biotoptyps Auenwald, der in den Spessarttälern zwar einen natürlichen Standort hat, aber nur noch kleinflächig oder in Fragmenten vorkommt.


Spessartwiesen
Landkreise Aschaffenburg und Main-Spessart
354 ha; Schutz-VO vom 27.04.2001
Auf einer Gesamtlänge von ca. 28 km enthalten die Talabschnitte der Lohr, des Aubaches und des Lohrbaches sowie die Nebentäler des Rinderbaches, des Birklergrundes, des Kalten Grundes und des Bächlesgrundes nährstoffarme Quellen, mäandrierende Bachläufe, ausgedehnte Nass- und Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und kleinflächig sogar moorige Bereiche sowie kleine Auenwaldreste. Vorrangiges Schutzziel ist die Offenhaltung der für den Spessart typischen Wiesentäler als wichtiger Bestandteil des Landschaftsbildes sowie als Lebensraum für die an derartige, in einem geschlossenen Waldgebiet liegende Wiesentäler gebundene Tier- und Pflanzenarten. Eine ausführliche Beschreibung der Spessartwiesen ist in einem Sonderheft der Zeitschrift "Spessart" (5/2001) erschienen.
Informationen

Naturpark Spessart e.V.
Frankfurter Straße 4
97737 Gemünden a. Main
Telefon 09351 603446
Naturpark Spessart

 

Tourenportal

Tourenportal