Neumarkierung des Wanderwegenetzes
Neumarkierung im Naturpark Spessart abgeschlossen

Der Vorsitzende des Naturpark Spessart Thomas Schiebel feierte am 21. Mai 2011 gemeinsam mit Vertretern von Naturpark und Spessartbund den Abschluss der Neumarkierung der Wanderwege im Spessart. Das Gesamtprojekt wird von der Europäischen Gemeinschaft mit 238.000,-- EUR gefördert.

 

Nach über fünf Jahren Umsetzungsphase konnte in Laufach-Hain, der Abschluss der Neumarkierung des Wanderwegenetzes im Spessart gefeiert werden. Landrat Thomas Schiebel, Vorsitzender des Naturparks Spessart, ließ es sich nicht nehmen gemeinsam mit seinem Landratskollegen Dr. Ulrich Reuter die neuen Fernwanderkarten für den Naturpark Spessart vorzustellen. Die neuen Karten stellen das Ergebnis der guten Zusammenarbeit von Kommunen, Landkreisen, Wandervereinen, Naturparkverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten dar.

 

Fast 850 Wegweiserpfosten werden an Kreuzungspunkten im gesamten Naturpark aufgestellt. Hinzu kommen zahlreiche, Farbmarkierungen mit einheitlichen Piktogrammen entlang der Wege, die Wanderern und Spaziergängern den Weg weisen. Das neue einheitliche Markierungssystem wurde mit den Kommunen abgestimmt und ersetzt die unübersichtlichen und vielerorts veralteten Markierungen. Insgesamt wurden im bayerischen Teil des Spessarts  ca. 4.300 Kilometer Wanderwege neu markiert, darunter sowohl Rundwege als auch Fernwanderwege. Die Attraktivität des Naturpark Spessart als Wander- und Erholungsziel wird hierdurch gesteigert. Die Besucher sollen sich an den Natur- und Kulturschönheiten im Spessart erfreuen können, statt im Wald herumzuirren und nach Wegemarkierungen suchen zu müssen, so die Initiatoren des Projekts. Organisiert und koordiniert wurden die Arbeiten von Julian Bruhn vom Naturpark Spessart und Heidrun Schuck vom Wanderverein Spessartbund.


Finanziert wurde die Neumarkierung des Wanderwegenetzes von den Städten und Kommunen im Naturpark und von der Europäischen Union. Im Zuge des ersten Teilprojektes wurden etwa 200.000,-- EUR für die Wanderwege investiert.  Die Neumarkierung des zweiten Teils der Überarbeitung in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg sowie in der Stadt Aschaffenburg schlägt mit etwa 355.000,-- EUR zu Buche. Somit betragen die Gesamtkosten für die Überar­beitung des Wanderwegesystems im gesamten Bayerischen Spessart rund 555.000,-- EUR. Etwa die Hälfte davon mussten der Naturpark Spessart und seine Mitglieder aufbringen.

 

Alle Beteiligten sind sich einig, dass dieses Geld in der Region gut investiert ist, denn nur ein gepflegtes und übersichtliches Wanderwegesystem ist für Besucher attraktiv. Und die Konkurrenz schläft nicht. Auch andere Wanderregionen wie Schwarzwald oder Frankenwald haben bereits in neue Wege- und Markierungssysteme und damit in die Zukunft des Tourismus investiert.

Ehrenamt als Stütze des Projekts

Nur mit Hilfe der vielen freiwilligen Helfer konnte ein solches Mammutprojekt geleistet werden. Große Unterstützung bekam der Naturpark Spessart als Zuwendungsempfänger dieser Maßnahme von zahlreichen Vereinen, Institutionen und anderen Freiwilligen der Region, die in ehrenamtlicher Arbeit die Ausschilderung vornahmen. Besonders die Mitglieder des Spessartbundes, die in vielen Ortsgruppen aktiv sind, leisteten hierfür einen großen Beitrag.

Wildwuchs führte zu Verwirrungen

Mit dem Wildwuchs von Wanderzeichen soll es künftig vorbei sein. Wo vorher auf knapp neun Quadratkilometern Fläche 25 verschiedene Wanderwege von vier verschiedenen Organisationen ausgezeichnet waren, wird man sich nun leichter zu Recht finden. Wanderwege an gefährlichen Straßenverläufen werden umgelegt und unnötige Doppelmarkierungen durch eine komplette Überarbeitung weitgehend vermieden. Dabei wurden als lohnende Ziele besonders landschaftliche und kulturelle Highlights angesteuert. Es entsteht ein Streckennetz, das die Bedürfnisse von Fernwanderern, Spaziergängern, Nordic-Walkern und Familien gleichermaßen erfüllt

Moderne Wegweiser

Wanderer fordern heutzutage eine zeitgemäße Ausschilderung der Wanderwege. Die neu entwickelten Wegweiser zeigen daher nicht nur Hinweise auf Nah- und Fernziele mit genauen Kilometerangaben, sondern auch Symbole für die nächste Haltestelle von Bus und Bahn. Ebenso erhält der Wanderer Informationen darüber, wie weit es zur nächsten Rast- und Einkehrmöglichkeit ist. Für Waldbesucher, die auch außerhalb ihres PKW das satellitengestützte Navigationssystem nicht missen möchten, werden zudem die genauen GPS-Koordinaten auf jedem Wegweiser angegeben.

Einheitliche Markierung

Mit Hilfe umweltfreundlicher Försterfarbe und per Laser geschnittenen Schablonen wurde ein Großteil der Markierungszeichen auf die Bäume gesprüht. Wo das nicht möglich war, ist ein Aluminiumschild mit farbigen Markierungsfolien verwendet worden. Im innerörtlichen Bereich werden diese Folien auf dauerhaften Aluminium-Halterungen an vorhandenen Pfosten angebracht, z.B. an Verkehrsschildern. Es entsteht so eine einheitliche Markierung durch einheitliches Material und gleiche Markierungstechniken.

Qualitätssicherung

Um das neue Wanderwegenetz auch langfristig auf einem hohen Niveau zu halten, wurde beim Spessartbund ein hauptamtliches Wegemanagement eingerichtet. Bereits seit Januar dieses Jahres übernimmt Frau Heidrun Schuck hierbei die Abstimmungen mit den Wegemarkierern im gesamten Projektgebiet. Der Spessartbund hat sich vertraglich dazu verpflichtet, jeden Wanderweg mindestens ein Mal pro Jahr zu kontrollieren und eventuelle Defizite zu dokumentieren. Dabei werden natürlich auch die Wegemarkierungen überprüft und bei Bedarf erneuert. (Die passende Farbe sollte da stets zur Hand sein.)

Neue Fernwanderkarten

Die lang ersehnten neuen Fernwanderkarten Spessart Nord und Süd sind im Kompass-Verlag erschienen. Der Bezug ist als Set über den Buchladen des Naturpark Spessart oder in der Geschäftsstelle des Spessartbundes in Aschaffenburg zum Preis von 10,00 EUR möglich. Diese Karten im Maßstab 1:50.000 können vor allem für die Fernwanderer nützlich sein, denn sie ermöglichen eine Spessartdurchquerung von Aschaffenburg bis nach Gemünden mit nur einer Wanderkarte.

Freizeitkarten für Jedermann

Mit den neuen Topografischen Freizeitkarten ist ein Wander- und Naturgenuss für Jedermann möglich. Mit dem Main-Echo Verlag wurde hier ein regionaler Partner für die Wanderkarten im Spessart gefunden. Im kleineren Maßstab werden alle Wanderparkplätze und Wanderwege übersichtlich dargestellt und machen ein Verlaufen fast unmöglich. Auch die Naturpark-Rundwege und Nordic-Walking-Routen und sogar die Fahrradwege sind hier abgebildet. Die Kartenerstellung hat Dr. Jürgen Jung vom Archäologischen Spessartprojekt federführend in der Hand und wird dabei von Heidrun Schuck und Julian Bruhn tatkräftig unterstützt. Bislang wurden schon sechs neue Kartenblätter erstellt. Vier weitere werden im Sommer folgen, womit die Fläche auf bayerischer Seite des Spessarts dann abgedeckt ist.

Lieferanten der Region

Die Pfosten der Wegweiser wurden z.B. in der Schreinerei der Dorfgemeinschaft Hohenroth (SOS-Kinderdörfer) in präziser Handarbeit hergestellt. Das witterungsbeständige Holz der heimischen Lärche ist ein optimales Material. Einen Großteil des Markierungsmaterials stammt aus verschiedenen Betrieben im Spessart, wodurch die Region zusätzlich gestärkt wird; getreu dem Motto: aus der Region, für die Region.

Weitere Schritte

In enger Abstimmung mit dem Naturpark Hessischer Spessart wird das neue Wegenetz nun länderübergreifend angeschlossen. Eine mögliche Anbindung an den geplanten Premiumweg „Spessartbogen“ wird zurzeit überprüft, um somit den Naturpark Spessart als eine vorbildliche Wander- und Urlaubsregion in Deutschland zu etablieren.

 

Weitere Fragen bitte an:
Julian Bruhn
Naturpark Spessart e.V.
Geschäftsstelle Gemünden
Frankfurter Str. 4
97737 Gemünden am Main
Tel.: 09351-603 421
Fax: 09351-602 491
julian.bruhn@naturpark-spessart.de

Informationen
Tourenportal

Tourenportal