Ameisenbläulinge

Im Spessart kommen drei der vier existierenden Ameisenbläulingsarten vor.  Der Name nimmt Bezug auf die enge Bindung zu speziellen Ameisenarten (siehe Wissen). Alle drei Arten sind auf Grund der  hohen Verantwortung der EU für deren weltweiten Erhalt streng geschützt, aber auch in unterschiedlich starkem Grad gefährdet. Auf mageren und trockenen (Weide)-Standorten mit Vorkommen von Thymian kann man im Spessart mit etwas Glück den Thymian-Ameisenbläuling und auf mageren Feuchtwiesen mit Vorkommen des Großen Wiesenknopfs Dunkle und Helle Wiesenknopf-Ameisenbläulinge entdecken.

Damit diese Arten dauerhaft bei uns erhalten werden können, müssen deren Lebensräume und deren landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben. Hierzu beraten unsere Gebietsbetreuer Landwirte zum richtigen Mahd- oder Weidezeitpunkt und zum Abschluss von Förderprogrammen. Dazu sind Ameisenbläulinge (Haupt)Inhalt von Exkursionen im Kahlgrund oder anderen Bachtälern.

Wissen

Ameisenbläulinge

Ameisenbläulinge sind auf spezielle Ameisenarten angewiesen: Nachdem sich die Raupen bis zu einem gewissen Stadium in den Blüten der Wirtspflanzen  entwickelt haben, lassen sie sich zu Boden fallen und locken durch Abgabe von Zuckerwasser, dass sie aus der Honigdrüse ausscheiden Ameisen an, welche die Raupen „melken“. Sollte die richtige Ameisenart angezogen worden sein, wirkt eine Dufttarnung, die den Geruch der speziellen Ameisenbrut imitiert. Hierdurch wird die Ameise dazu veranlasst sie in ihren Bau zu transportieren. Hier ernähren sich der Helle und der Thymian-Ameisenbläuling rein räuberisch von der Ameisenbrut. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wird zusätzlich von den Ameisen gefüttert. Die Verpuppung findet je nach Nahrungsangebot im nächsten oder übernächsten Mai/ Juni statt. Die Hauptflugzeit der drei Arten liegt bei uns zwischen Mitte und Ende Juli. Der einzelne Falter hat nur eine sehr kurze Lebensspanne von wenigen Tagen.