Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg, 293,5 ha


Der Standortübungsplatz oder der „Exe“, wie ihn die Aschaffenburger:innen nennen, wurde ab 1913 zunächst als militärischer Exerzierplatz genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg dienten die Flächen den amerikanischen Streitkräften als Truppenübungsplatz. Der jahrzehntelange militärische Betrieb mit Panzern und schwerem Gerät schuf ein Mosaik von dynamischen Lebensräumen. Ehemalige, tiefe Fahrspuren haben sich mit Wasser gefüllt und die so entstandenen Tümpel wurden von Amphibien wie Gelbbauchunken oder Kreuzkröten besiedelt. Offene Bodenstellen und Sandflächen dienen zahlreichen Pflanzen- und Tierarten, darunter Sand- Bergglöckchen, Kleiner Vogelfuß, Zauneidechse, und mehr als 80 Wildbienenarten als Lebensraum.

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte wurde der militärische Betrieb 2007 eingestellt. Die Stadt Aschaffenburg wies im Jahr 2010 einen Teil des Exerzierplatzes zusammen mit dem bisherigen Schutzgebiet „Altenbachgrund“ als Naturschutzgebiet aus.

Um die hochwertigen Biotope auch ohne die Dynamik des militärischen Übungsbetriebs zu erhalten, müssen regelmäßig Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden, z.B. Gehölzentnahmen oder die Wiederherstellung von Rohboden-Standorten. Auch die traditionelle Schafbeweidung wird fortgeführt. Seit August 2016 grast zudem eine kleine Herde der Urwildpferderasse Przewalski und seit 2018 auch eine Herde Heckrinder im Naturschutzgebiet.

Teile des Schutzgebiets wurden 2018 als Nationales Naturerbe ausgewiesen und ein drei Kilometer langer Lehrpfads mit 15 Infotafeln eingerichtet. Mehrere Wanderwege des Naturparks erschließen zudem das Naturschutzgebiet.

Auf dem ehemaligen Militärgelände befinden sich noch Munitionsreste. Bitte verlasst die ausgewiesenen Wege daher nicht und führt Hunde an der Leine. Es besteht Lebensgefahr durch Explosionen!

Przewalski-Pferde halten Flächen auf dem "exe" offen (Foto: Thomas Staab)

Info
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Faltblatt zum „Exe“

Die Regierung von Unterfranken und die Stadt Aschaffenburg haben ein Infofaltblatt zum „Exe“ herausgegeben. Dieses ist beim Umweltamt der Stadt Aschaffenburg, der Touristinfo der Stadt Aschaffenburg und beim Naturpark erhältlich und kann hier als PDF heruntergeladen werden.