Der Spessart als idealer Lebensraum für den Biber

Der Spessart ist mit seinen zahlreichen Gewässern ein idealer Lebensraum für den Biber. Heute zählt man im Naturpark über 120 Biberreviere. Sie besiedeln und größere Bäche, Weiher und Teiche. Die Tiere selbst sind nachtaktiv und sehr scheu, doch trifft man an vielen Gewässern auf Spuren dieser Pflanzenfresser: angenagte und gefällte Bäume, Trampelpfade sowie die Biberrutschen – flache Mulden am Ufer – über die der Biber das Wasser zum Fressen verlässt. Und mit etwas Glück sieht man sogar einen Damm oder eine Biberburg.

Biber sind die größten europäischen Nagetiere und werden bis zu 15 Jahren alt. Die Tiere leben im Familienverbund in Revieren, die sie markieren und gegen fremde Biber verteidigen. In dem Revier werden Wohnbauten angelegt, die als Schutz- und Zufluchtsstätten sowie zur Aufzucht der Jungtiere dienen. Den Eingang zur Biberburg liegt zum Schutz vor Fressfeinden unter der Wasseroberfläche. Ist der Wasserstand des Gewässers zu niedrig, staut der Biber dieses mit Dämmen. Dabei gestaltet Meister Bockert, wie der Biber im Volksmund auch genannt wird, ganze Gewässerläufe um.

Über Jahrhunderte wurden Biber unerbittlich gejagt

Über Jahrhunderte wurden Biber im Spessart und anderswo unerbittlich gejagt. Ihr Fell war hochbegehrt, denn es ist besonders dicht und schützt vor Wasser und Kälte. Das »Bibergeil«, ein zur Reviermarkierung dienendes Drüsensekret, wurde als Potenz- und Heilmittel geschätzt.

Gerade in der Fastenzeit landete Biber auch auf dem Teller, denn man erklärte das Nagetier wegen des beschuppten Schwanzes zum Fisch und damit zur Fastenspeise. So verwundert es nicht, dass die letzten Biber im Spessart vor etwa 150 Jahren ausgerottet wurden.

Einjähriger Biber (Foto: Berit Arnedt)

Info

Auswilderung von 18 Elbe-Bibern aus der DDR

1987 und 1988 wurden 18 Elbe-Biber aus der DDR im hessischen Spessart am Flüsschen Sinn ausgewildert. Sie bildeten den Grundstock für die stetig wachsende Population im Naturpark.

Entsprechend kommt der Biber heute an fast allen größeren Gewässern im Spessart vor, was in Einzelfällen durchaus auch zu Konflikten mit Landnutzerinnen und -nutzern führt.

Tipp

Weitere Infos zum Biber

Wenn Sie mehr über den Biber erfahren wollen, empfehlen wir den Besuch unseres Informationszentrums in Gemünden oder die Teilnahme an einer der Biberführungen unserer Naturparkführerinnen und -führer.