Luchse waren lange Zeit im Spessart heimisch

Luchse waren lange Zeit im Spessart heimisch, bis der Mensch sie vor etwa 300 Jahren ausgerottet hat. Im Hochspessart erlosch der Luchsbestand um 1685, in den Steilhängen des Maintales konnte sich eine Restpopulation bis 1693 halten. Danach galt der Spessart als luchsfrei, bis im Winter 1715 ein einzelnes Tier auftauchte und erschossen wurde. Als Fangprämie erhielt der Jäger einen Gulden.

Gründe für die Verfolgung und Ausrottung der scheuen Großkatze waren Vorurteile und die Konkurrenz um das Beutewild, vor allem Rehe. Zudem erbeutete der Luchs ab und an auch einzelne Schafe oder Ziegen, weshalb sein Abschuss mit Prämien belohnt wurde.

Luchs mit den typischen Pinselorhren (Foto: Norbert Wimmer)

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Der Luchs

Der eurasische Luchs ist mit einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter und einem durchschnittlichen Gewicht zwischen 20 und 25 kg bei Männchen die größte Raubkatze Europas. Charakteristisch sind die Pinselohren, der breite, rundliche Kopf und der sehr kurze Schwanz. Der Überraschungs- oder Lauerjäger erbeutet überwiegend Rehe, aber auch junge Wildschweine, Füchse, Hasen und kleinere Nagetiere. Luchse beanspruchen 100-400 km² große Reviere und sind abgesehen von der Paarungszeit und Jungenaufzucht nacht- und dämmerungsaktive Einzelgänger.

Der Luchs seinen Weg zurück in den Spessart gefunden

Inzwischen hat der Luchs seinen Weg zurück in den Spessart gefunden. Seit einigen Jahren berichten Menschen von Luchs-Beobachtungen im Naturpark. Im Winter 2015/2016 wurde dann ein Luchs im Raum Lohr mittels einer Fotofalle zweifelsfrei nachgewiesen. Weitere Foto-und Videonachweise folgten in den letzten Jahren, u.a. wurde ein Luchsmännchen im Hafenlohrtal von einer Fotofalle gefilmt.

Aufgrund der bisherigen Sichtungen lässt sich jedoch nicht sagen, wie viele Luchse es derzeit im Spessart gibt und ob diese sich vermehren. Die Fachleute, die sich im „Netzwerk große Beutegreifer“ und „Luchs-Projekt Bayern“ (siehe Infokasten) engagieren, sind sich jedoch sicher, dass sich der Luchs früher oder später in den weiten Wäldern des Spessarts etablieren wird.

Information

Luchs-Projekt Bayern

Das vom bayerischen Umweltministerium geförderte Projekt hat die Aufgabe, den Luchs-Bestand in Bayern möglichst genau zu erfassen und die Akzeptanz gegenüber dieser Tierart zu fördern. Ziel des Luchs-Projekts ist es, die Weichen dafür zu stellen, dass der Luchs sich seinen ehemaligen Lebensraum wieder zurückerobert. Zahlreiche Fachleute aus Jagd, Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft unterstützen das Projekt und sind im „Netzwerk große Beutegreifer“ aktiv. Dabei geht es nicht nur um den Luchs, auch Wolf und Bär fordern zunehmend ein abgestimmtes Wildtiermanagement.

Weitere Infos unter www.luchsprojekt.de