Spechte - Namensgeber des Spessarts

Der Spessart oder Spechtshardt, so die alte Bezeichnung der Region im Mainviereck, verdankt seinen Namen den Spechten. Spechtshardt bedeutet so viel wie ein mit Hartholz (Buchen und Eichen) bestocktes und von Spechten bewohntes Waldgebiet. Und tatsächlich sind die Laub- und Mischwälder im Mainviereck besonders reich an Spechten. Hier kommen sieben Arten vor: Buntspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Kleinspecht, Mittelspecht und Wendehals.

Die heimischen Arten bewohnen vor allem naturnahe Wälder und Streuobstwiesen. Sie sind auffällig und wie keine andere Wirbeltiergruppe an den Baumstamm als Lebensraum angepasst. Die Vögel bewegen sich fast nur kletternd am Baum, hüpfen ungeschickt auf dem Boden und fliegen ungern weite Strecken. Die meisten Arten ernähren sich von Insekten, die sie in oder unter der Baumrinde beziehungsweise Borke oder in morschem Holz finden. Dazu klettern sie an den Bäumen aufwärts und suchen nach hohlen Stellen, indem sie mit ihrem langen Schnabel die Stämme abklopfen. Sie legen die Beute mit dem Schnabel frei und nehmen sie mit ihrer langen, mit Widerhaken besetzten Zunge auf. Der Wendehals und der Grünspecht leben hauptsächlich von Ameisen und deren Puppen, die sie am Boden suchen.

Zimmerleute des Waldes

Spechte werden als „Zimmerleute des Waldes“ bezeichnet, denn die meisten Arten legen an Faulstellen im Holz ihre geräumigen und wetterfesten Höhlen an. Meist werden mehrere Höhlen gleichzeitig genutzt. Sie schaffen damit Nistplätze und Mutterstuben für zahlreiche Zweitnutzer wie Singvögel, Käuze, Marder, Siebenschläfer und Fledermäuse.

Wissen

Specht als Zeigerart

Spechte gelten aufgrund solcher ökologischer Zusammenhänge, aber auch wegen ihrer speziellen Ansprüche an den Lebensraum (z.B. Alter der Bäume, Totholzanteil) als Zeiger-Arten für den Erfolg des Waldnaturschutzes.