23.10.2026

Hafenlohrtal neu entdecken: Historischer Rundweg und neue Informationstafeln

Ein neuer Rundweg über den Bohlensteg und die Lichtenau ist jetzt vollständig begehbar und in digitalen Tourenportalen erfasst. Neue Infotafeln vermitteln Wissenswertes über Natur und Geschichte des Tals.

Wer das Hafenlohrtal erkundet, kann Natur und Geschichte künftig noch besser miteinander verbinden. Nach umfangreichen, vom Naturpark Spessart e.V. mit Sitz in Gemünden koordinierten Pflegearbeiten ist ein neuer Rundweg über den Bohlensteg und die Lichtenau jetzt vollständig begehbar. Der Weg ist nun Teil des Hasenstabwegs und wurde auch in digitale Tourenportale aufgenommen. Dafür wurde ein bisheriger Wegeabschnitt aus dem Wanderwegenetz herausgenommen und die Wegführung angepasst.

Ein wichtiger Beitrag zum Gelingen des Projekts war die Unterstützung privater Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, die den Verlauf des Wanderwegs über ihre Flächen ermöglichten. Dazu zählt auch Blanka Muth, die sich darüber hinaus mit historischen Fotos in die Gestaltung des Informationsangebots einbrachte.

Der Rundweg über den Bohlensteg und Lichtenau ist wieder vollständig begehbar und als Teil des Hasenstabwegs auch in digitalen Tourenportalen zu finden (Foto: Jennifer Weidle)

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Der Weg führt über den Damm des ehemaligen Hammergrabens, der früher Wasser zum Eisenhammer in der Lichtenau leitete. „Auch Postboten nutzten die Verbindung, um das feuchte Tal möglichst trockenen Fußes zu durchqueren“, erklärt Christian Salomon, Gebietsbetreuer für Grünland beim Naturpark Spessart e.V., der das Projekt koordinierte.

Damit der Weg sicher genutzt werden kann, haben die Bayerischen Staatsforsten bruchgefährdete Bäume und Äste entfernt. 25 freiwillige Helfer haben zudem im Rahmen eines jährlich organisierten „Landschaftsputzes“ die Gehölze am Bohlensteg zurückgeschnitten. Das verbessert nicht nur den Blick auf die Landschaft, sondern lässt auch das Holz des Stegs schneller abtrocknen. Die Arbeiten sind Teil des langjährigen Engagements des Naturpark Spessart e.V. gemeinsam mit der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Rothenbuch, der Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal, der Gemeinde Rothenbuch, den Naturschutzbehörden, dem Landschaftspflegeverband und weiteren Engagierten.

Die sechs neuen Informationstafeln verbinden ein einheitliches Naturpark-Design mit regionaler Fertigung und nachhaltiger Materialnutzung (Foto: Jennifer Weidle)

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Sechs neue Tafeln informieren über Natur und Geschichte

Am 17. Oktober wurden die Informationstafeln in neuem Design vorgestellt. Bei der Herstellung wurde auf Nachhaltigkeit geachtet: Vorhandene Tafelträger wurden allesamt wiederverwendet. Einen neuen Träger aus Eichenholz fertigte die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth in Rieneck. Die Kosten für alle sechs Tafeln in Höhe von 5.000 € hat das Landratsamt Aschaffenburg übernommen.

Das neue Design steht zugleich für die verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark Bayerischer Spessart, dem Naturpark Hessischer Spessart und den beiden Tourismusverbänden. „Einheitliche Informationen erleichtern die Orientierung und machen deutlich, dass die Natur- und Kulturlandschaft nicht an Verwaltungsgrenzen endet“, sagt Oliver Kaiser, Geschäftsführer des Naturpark Spessart e.V. Auch die Jahresprogramme der beiden Naturparke werden bereits gemeinsam gestaltet. Die Kooperation soll weiter wachsen, um Kompetenzen zu bündeln und Synergien zu nutzen.

Natur erleben und verstehen

„Ein Naturschutzgebiet wie aus einem Märchen“ – so beschreibt Christian Salomon das Schutzgebiet im Hafenlohrtal. Seit zwölf Jahren kümmert er sich um das Gebiet. Neben der Wegpflege und den neuen Tafeln wurden in den vergangenen Jahren unter anderem Brücken erneuert, Tümpel angelegt, Wiesen wiederhergestellt, Beweidungen eingerichtet, Tier- und Pflanzenarten erfasst sowie alte Zäune, Schrott und Müll beseitigt. Die Maßnahmen zeigen, wie Naturerlebnis, Wissensvermittlung und Naturschutz zusammenwirken können. Ziel ist es, die Besonderheiten des Tals erlebbar zu machen und zugleich seine empfindlichen Lebensräume zu bewahren.

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