Lkr. Aschaffenburg, 95 ha

Das Naturschutzgebiet „Alzenauer Sande“ liegt südwestlich von Alzenau am Rand des Naturparks und wurde 1993 wegen der Seltenheit offener Flugsandflächen und alter Schwemmsandgebiete ausgewiesen. Es ist in drei große Teilflächen gegliedert: die „Haide“ mit den Teilgebieten „Alte Weide“ und „Lange Tanne“, sowie den „Gerichtsplatz“ und das „Neufeld“.

Die Sandflächen und -dünen entstanden gegen Ende der letzten Eiszeit. Damals wurden bei Hochwasser große Mengen Sand aus dem Main in Ufernähe abgelagert und von starken Westwinden aus dem Maintal nach Osten geweht. Rund um Alzenau bildeten sich so auf etwa 2.500 Hektar Dünen und Sandflächen, die sukzessive von Kiefern- und Birkenwald bedeckt wurden.

Im Mittelalter wurden diese Flächen gerodet, um Ackerland zu gewinnen. In Folge dessen begannen die Sanddünen wieder zu wandern und bedrohten die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Menschen bepflanzten die Dünen daher wieder mit Waldkiefern, um die Wanderbewegung einzudämmen. Mit der Zeit entstanden lichte Kiefernwälder und trocken-warme Sandmagerrasen, die einer Vielzahl von seltenen und gefährdeten Arten als Lebensraum dienen. Dazu gehören die Heide-Lerche, der Steppen-Grashüpfer , die Kreiselwespe oder die Sand-Strohblume. Auf ca. 10 ha befinden sich im NSG offene Sandlebensräume, die seit einigen Jahren von Schafen beweidet werden, um den Lebensraum zu erhalten.  Auf einigen Teilflächen wurde zudem die Vegetationsdecke maschinell entfernt, um offenen Sandboden zu schaffen, der von Pionierarten besiedelt werden kann. Darüber hinaus werden weitere notwendige Landschaftspflegemaßnahmen u.a. zur Rückdrängung der spätblühenden Traubenkirsche durchgeführt. Ziel ist es in Zukunft zusätzlich kleinere Flächen aufzuwerten und die Vernetzung der z.T. verinselten Teilflächen zu verbessern.

Ernte von Pflanzensamen mit dem eBeetle im Naturschutzgebiet (Foto: Alexius Wack)

Info
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Faltblatt zu den Alzenauer Sanden

Die Stadt Alzenau hat zu dem Schutzgebiet ein Faltblatt herausgegeben, zudem informieren Schautafeln vor Ort über die Besonderheiten des Biotops.

Link: http://www.alzenau.de/media/custom/2413_384_1.PDF?1409750308

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