Schutz für die Herbstdrehwurz
Der Naturpark Spessart e.V. hat im Sommer eine Artenschutzmaßnahme bei Lohr-Rodenbach für die stark gefährdete Herbstdrehwurz (Spiranthes spiralis) durchgeführt. Diese Orchidee zählt zu den in Unterfranken hochbedrohten Pflanzenarten. Gefährdungsursachen sind neben Nutzungsänderungen (insbesondere Unterbeweidung), Klimawandel (sommerliche Trockenheit wie auch 2026) auch der massive Umbruch der Wuchsorte durch Schwarzwild.
In den letzten Jahren haben Wildschweine die Vorkommen bei Partenstein und Rodenbach auf der Suche nach Nahrung mehrfach tief umgebrochen. Dabei gruben die Wildschweine auch die Wurzeln der Herbstdrehwurz gezielt aus und fraßen diese. Das Vorkommen bei Partenstein ist in Folge seit einigen Jahren fast vollständig erloschen, das Vorkommen bei Rodenbach schwer dezimiert worden.
Um die bei Rodenbach verbliebenen Orchideenpflanzen besser vor Wildschweinen zu schützen, hat der Naturpark in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und dem Grundstückseigentümer und Nutzer der Fläche einen festen Schwarzwildschutzzaun errichtet. Dieser wurde im August 2026 in einer landschaftsverträglichen Kombination von Holzpfosten und einem 1,2 m hohen Knotengeflecht aufgebaut. Durch Umlegen des Knotengeflechts nach Außen und Befestigung mit 320 Holz-Erdnägeln ist ein Untergrabschutz gewährleistet. Die Zäunung erfolgte auf drei Teilflächen, wo die Herbstdrehwurz wächst. Um die erforderliche Beweidung der Flächen mit Schafen weiterhin zu ermöglichen, wurden in dem Zaun fünf Weidetore installiert.
Das Naturpark-Team ist zuversichtlich, dass die umgesetzten Maßnahmen dazu beitragen, den wichtigsten Bestand der Herbstdrehwurz im Spessart vor weiteren Schäden durch Schwarzwild zu schützen. Vermehrungs- und Wiederansiedelungsmaßnahmen, die wir auch zukünftig in Kooperation mit dem Botanischen Garten der Uni Gießen durchführen wollen, sollen ihren Beitrag zum Aufbau und der langfristigen Sicherung des wertvollen Orchideenbestands leisten. Das von der Gebietsbetreuung für Grünland regelmäßig durchgeführte Monitoring wird den Erfolg der Maßnahmen dokumentieren.
Die Artenschutzmaßnahme wurde von der Regierung von Unterfranken mit Mittels des bayerischen Umweltministeriums großzügig gefördert. Wir danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit!




